Reger Zulauf, intensive Gespräche und viele zufriedene Gesichter – das ist die Bilanz der diesjährigen Aktionstage zur psychischen Gesundheit. Sowohl an der Standaktion im Einkaufszentrum Metalli wie auch an der Filmmatinée im Kino Seehof gab es Gelegenheiten für Information und anregende Gespräche.
«Dass psychische Erkrankungen jede und jeden treffen können, dass man ihnen aber nicht hilflos ausgeliefert ist, war für viele neu», bilanziert Michèle Bowley, Programmleiterin Psychische Gesundheit beim Gesundheitsamt des Kantons Zug. Intensive Gespräche führte sie an der Standaktion im Einkaufszentrum Metalli am Freitag, 7. Oktober 2011 über die vom Gesundheitsamt vorgeschlagenen 10 Impulse zur Stärkung der psychischen Gesundheit. Dazu gehören «Neues lernen», «Aktiv bleiben» oder «Kreativ sein». Interessierte erhielten ausserdem einen Überblick, wo man im Kanton Zug Rat und Hilfe finden kann.
Wie kann man sein seelisches Wohlbefinden stärken? Die Impulse des Gesundheitsamtes des Kantons Zug stiessen auf grosses Interesse.
Die Standaktion für die psychische Gesundheit organisierte die Gesundheitsdirektion zusammen mit verschiedenen Partnern. Vor Ort stellten diese ihr Angebot vor und gaben Auskunft. Dabei waren: Ambulante Psychiatrische Dienste (APD) des Kantons Zug; ConSol – Arbeit für Menschen mit Erwerbseinschränkung; eff-zett das fachzentrum, Kontaktstelle Selbsthilfe / Paar- und Familienberatung; Paar- und Einzelberatung leb; Psychiatrische Klinik Zugersee; Stiftung Phönix Zug für Sozialpsychiatrie; Zuger Fachstelle – punkto Jugend und Kind, Mütter- und Väterberatung / Kinder- und Jugendschutz; zuwebe, Arbeit und Wohnen für Menschen mit Behinderung.
Menschen in grünen Overalls machten in der Stadt Zug auf die Aktionstage «Alles im grünen Bereich. Psychische Gesundheit im Kanton Zug» aufmerksam und luden Interessierte zur Filmmatinée am Sonntag, 9. Oktober 2011 ein. Sie mussten sich aufgrund Ihrer auffällig grünen Kleidung und den bevorstehenden Wahlen Ende Oktober zwar mehrmals davon distanzieren, für die grüne Partei zu werben, doch nach klärenden Gesprächen waren die Reaktionen durchwegs positiv.
Alles im grünen Bereich. 10 grün gekleidete Damen vermitteln 10 Schritte für psychische Gesundheit.
Die Filmmatinée mit anschliessendem Podiumsgespräch im Kino Seehof bot eine weitere Gelegenheit, sich zu informieren und mit Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen.
Berührender Mutmach-Film mit Gérard Depardieu
Im fast schon poetischen Film «Das Labyrinth der Wörter» spielt Gérard Depardieu einen gutherzigen Analphabeten, der die Literatur entdeckt. Der Film greift die Themen Persönlichkeitsentwicklung durch Bildung und Kultur, Lernen (im Alter) und Freundschaft (zwischen den Generationen) auf und zeigt, wie so das seelische Wohlbefinden gestärkt werden kann.
Der Film ist eine Hommage an das Leben und die Liebe im Allgemeinen und die Magie der Worte im Speziellen. Das zeigte sich auch im anschliessenden Podiums- und Publikumsgespräch, an dem nebst zwei Fachpersonen (Dr. phil. I Marie-Theres Annen, Psychotherapeutin und Gesundheitspsychologin und Andreas Haas, Reformierter Pfarrer in der Stadt Zug und Klinikseelsorger), zwei Menschen, die von ihren eigenen Erfahrungen berichteten (Vera Koch über ihre Rückkehr als Entwicklungshelferin und Roland Baumgartner über seine Erfahrungen mit Arbeitslosigkeit) auch der Zuger Gesundheitsdirektor Joachim Eder teilnahm. Cornelia Kazis, die erfahrene und bekannte Erwachsenenbildnerin und Redaktorin beim Schweizer Radio DRS 1 und 2, moderierte den Anlass, der bei den rund 100 Anwesenden ein äusserst positives Echo auslöste.
Aus dieser Perspektive kann von einem erfolgreichen Wochenende gesprochen werden, bei welchem zahlreiche Menschen miteinander ins Gespräch kamen und angeregt wurden, noch achtsamer mit sich selbst und mit ihren Mitmenschen umzugehen.
