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Seelische Gesundheit als grosse Herausforderung

Seelische Gesundheit als grosse Herausforderung«Wer glaubt, lebt gesünder» – die gleichnamige Vortragsreihe stiess bei der Zuger Bevölkerung auf grosse Resonanz; sie liefert neue Impulse für Seelsorge und Gesundheitsprävention.

Am Donnerstag, 7. November 2013, endete die Vortragsreihe «Wer glaubt, lebt gesünder – Psychische Gesundheit im Spiegel von Spiritualität und Religion» mit einer Podiumsdiskussion. Regierungsrat Urs Hürlimann, Gesundheitsdirektor des Kantons Zug, eröffnete die Schlussveranstaltung mit einem Grusswort und sprach von grossen Herausforderungen für Staat und Gesellschaft in der Prävention seelischer Erkrankungen.

Momente der Ruhe nötig
«Ist das ein Thema?», fragte sich Regierungsrat Urs Hürlimann, als die Idee zur Vortragsreihe im Gesundheitsamt des Kantons Zug diskutiert wurde. Mit dieser Frage eröffnete er auch die Schlussveranstaltung, um sie sogleich mit dem grossen Interesse der Zugerinnen und Zuger zu beantworten. Denn die sieben Vorträge, die im Verlauf des letzten Jahres stattfanden, erfuhren von Mal zu Mal stärkere Resonanz. Sie gipfelte an der Schlussveranstaltung im mit rund 100 Besucherinnen und Besuchern vollbesetzten Saal der Reformierten Kirchengemeinde Zug.

«In unserem hektischen Alltag führen Stress, belastende Ereignisse oder dauernde Überforderungen immer häufiger zu Burnout, Depression oder anderen seelischen Erkrankungen. Des-halb ist es nötiger denn je, Inseln der Ruhe und Momente der Besinnung zu finden», resümierte Hürlimann die Veranstaltungsreihe. «Politik und Gesellschaft stehen hier vor grossen, auch finanziellen Herausforderungen und sind gefordert, sich auf gesündere Lebensformen zu besinnen und präventiv zu handeln, anstatt nur Symptome zu bekämpfen».

Regierungsrat Urs Hürlimann (2. v.r.) im Gespräch mit Teilnehmenden der Vortragsreihe «Wer glaubt, lebt gesünder», die am 7. November mit einer Podi-umsdiskussion ihren Abschluss fand.

Regierungsrat Urs Hürlimann (2. v.r.) im Gespräch mit Teilnehmenden der Vortragsreihe «Wer glaubt, lebt gesünder», die am 7. November mit einer Podiumsdiskussion ihren Abschluss fand.

Spiritualität und psychische Gesundheit als sinnliches Erlebnis
Im Rahmen des Podiums zogen die Veranstaltenden Bilanz. Vertreten waren sie durch Michèle Bowley, Gesundheitspsychologin in der Gesundheitsdirektion des Kantons Zug; Dr. med. Magdalena Berkhoff, Chefärztin der Psychiatrischen Klinik Zugersee; Andreas Haas, Pfarrer der Reformierten Kirche Kanton Zug; Dr. Niklas Raggenbass, ehemaliger Vikar der Pfarrei St. Michael in Zug und Vertreter der Katholischen Kirche Kanton Zug. Moderiert wurde die Diskussion von Cornelia Kazis.

Im Rückblick auf die einzelnen Vorträge zeigte sich, dass die entscheidende Frage vielleicht nicht lauten muss, was Gott ist, sondern wo man ihn finden kann. Wie sich der Mensch (auch mit sich selbst) versöhnen kann, wo er Ruhe findet, sich angenommen und gehalten fühlt. Viele der Vorträge thematisierten den Atem. Der Atem, der nicht gemacht, sondern einfach da ist und uns den gegenwärtigen Moment erfahren lässt. Wenn wir die Worte aufgeben, die Gedanken entleeren, das Sein spüren. Das, wofür man keine Worte hat. Und auch wer nicht an Gott glaubt, kann die Welt, das Wunder der Existenz, als etwas Göttliches oder Grosses begreifen, nach dem Philosophen Richard Egger zum Beispiel in einem Kunstwerk, und darauf vertrauen, dass das Leben grösser ist als eine schwierige Situation. Den Referierenden ist es gelungen, mit Übungen psychische Gesundheit im Spiegel der verschiedenen religiösen Auffassungen sinnlich erfahrbar zu machen.

Das Verbindende im Vordergrund
Die Vortragsreihe kann als wahrhaft gelungener Dialog zwischen den Religionen, Kulturen und Wissenschaften bezeichnet werden, die im Fokus der Vorträge auf das Heilsame, Verbindende zusammenzurücken schienen. Folglich herrschte auch bei Publikum und Veranstaltenden eine heitere Atmosphäre der Verbundenheit.

Jede Veranstaltung wurde mit einem Apéro, ausgerichtet durch die Internationale Frauengruppe Zug, abgerundet, der am Schlussabend einen kulinarischen Rückblick auf die Highlights der verschiedenen Abende bot. Und auch hier stellte sich heraus, dass die islamischen Hackbällchen hervorragend mit dem hinduistischen Kichererbsen-Curry harmonieren.
«Was uns auf den Weg gegeben wurde, war eine Wohltat für Seele, Intellekt und Gaumen — und somit Balsam für unsere ganzheitliche Gesundheit.» Mit diesen Worten bedankte sich ein Gast bei den Veranstaltenden.

Wie geht’s weiter?
Das Podium formulierte als zentrales Anliegen, Krankheit, Schwäche oder auch Alter nicht auszugrenzen, sondern wieder mehr ins Zentrum der Gesellschaft zu rücken. Michèle Bowley, Programmleiterin Psychische Gesundheit beim Gesundheitsamt des Kantons Zug, dachte zum Beispiel laut über die Gründung eines Netzwerkes für sozial Isolierte nach.

Die Schweizerische Stiftung für die Interessen psychisch kranker Menschen, Pro Mente Sana, gibt die Zeitschrift «Pro Mente Sana aktuell» heraus. Sie plant im Sommer 2014 ein Heft zum Thema Psyche und Spiritualität mit Beiträgen aller Referenten der Vortragsreihe zu publizieren. Informationen zum Programm Psychische Gesundheit, Kontakte von zahlreichen Institutionen und Fachleuten, die helfen können, sowie das Präventionsprogramm «Zehn Schritte für psychische Gesundheit» finden Interessierte auf der Website: www.psychische-gesundheit-zug.ch.

Weitere Auskünfte:
Michèle Bowley, Programmleiterin Psychische Gesundheit beim Gesundheitsamt des Kantons Zug, Telefon 041 728 35 19, michele.bowley@zg.ch (Montag bis Donnerstag)

Pfarrer Andreas Haas, Reformierte Kirche Kanton Zug, Telefon 041 743 26 51,
andreas.haas@ref-zug.ch

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