Suche
  • Aktuelle Informationen für
  • die Zuger Bevölkerung
Suche Menü

Demenz

An der Demenz erkranken vor allem ältere Menschen. Sie darf nicht mit Vergesslichkeit verwechselt werden.

Beratung in Zug
Spitex Kanton Zug
Pro Senectute Kanton Zug
Übersicht der Beratungsstellen in Zug
Sektion Zug der Schweizerischen Alzheimervereinigung

ZAHLEN UND FAKTEN
Demenz ist der Überbegriff für ein Syndrom mit einer Vielzahl verschiedener Erkrankungen. Allen gemeinsam sind krankhafte Veränderungen des Gehirns, die verschiedene Funktionen verschlechtern und so zu Beeinträchtigung im Alltag führen.

Etwa eine Million Deutsche leidet unter einer Demenz, mehr als 60 Prozent der Erkrankten sind 80 Jahre und älter.

Die Erkrankungshäufigkeit nimmt mit dem Alter zu: Etwas mehr als ein Prozent der Bevölkerung in der Altersgruppe der 65- bis 69-Jährigen ist erkrankt, dagegen mehr als 30 Prozent bei den über 90-Jährigen. Das heisst: Unter 65 Jahren erkranken nur sehr wenige Menschen, etwa 20 000 Deutsche sind in
dieser Altersgruppe betroffen.

70 Prozent der Demenzkranken sind Frauen. Der Grund: Frauen haben eine höhere Lebenserwartung, werden also älter und sind damit in den Altersgruppen mit den höchsten Erkrankungszahlen viel zahlreicher vertreten

URSACHEN/RISIKEN
Die häufigste Demenzform ist die Alzheimer-Krankheit, die bis zu 70 Prozent aller Fälle ausmacht. Sie ist gekennzeichnet durch einen schleichenden Beginn und langsames Fortschreiten. Die Symptome verschlechtern sich in der Regel zunehmend über die Jahre. Hauptursachen sind ein zunehmender Defekt und Verlust von Nervenzellen und ihren Verbindungen im Gehirn.

An zweiter Stelle stehen Erkrankungen der Blutgefässe im Gehirn, die bis zu 20 Prozent der Demenzfälle ausmachen können. Bei dieser Form sterben Nervenzellen infolge von Durchblutungsstörungen und vielen kleineren Infarkten im Gehirn ab. An dritter Stelle: Mischformen aus den beiden häufigsten Ursachen.

Der Rest: Folge anderer Störungen, zum Beispiel neurologische Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Schädel-Hirn-Verletzungen, hoher Alkoholkonsum, Entzündungen oder übertragbare Erkrankungen, etwa Aids.

Risikofaktoren:

  • höheres Lebensalter
  • Vorerkrankungen wie Schlaganfall, Schädel-Hirn-Verletzung, aber auch eine Depression
  • gefässschädigende Faktoren wie Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht und Rauchen
  • geringe Schulbildung, geringe geistige Aktivität
  • genetische Faktoren

SYMPTOME
(zunehmende) Verschlechterung von Gedächtnis, Lernfähigkeit, Orientierung zu Raum, Zeit und eigener Person, Denkvermögen, Sprache, Rechnen, Wahrnehmung, Abstraktionsfähigkeit sowie Planungs-, Urteils- und Entscheidungsvermögen. Das Bewusstsein ist nicht getrübt. Beginn häufig mit Gedächtnisstörungen und Problemen bei der Aufnahme neuer Informationen.

Unterscheidung vom normalen geistigen Alterungsprozess:

  • Beeinträchtigungen sind gravierender, wirken sich bedeutend auf Alltag, Beruf und Sozialleben aus
  • Anpassungsleistungen, etwa Zuhilfenahme von Merkzetteln als Gedächtnishilfen, gleichen Probleme nicht mehr aus
  • Verschlechterungen dauern länger als sechs Monate an
  • die Orientierungsfähigkeit der Betroffenen ist schon relativ früh beeinträchtigt, bei normalem Alterungsprozess ist sie hingegen erhalten
  • mindestens zwei geistige Funktionsbereiche gleichzeitig beeinträchtigt, zum Beispiel Gedächtnis und Orientierung.

DIAGNOSTIK

  • ärztliches Gespräch, körperliche und neurologische Untersuchung
  • Diagnosestellung anhand genau definierter Kriterien
  • standardisierte Testverfahren zur Überprüfung unter anderem von Gedächtnis, Denkvermögen, Sprache und Wahrnehmungsfähigkeit
  • Laboruntersuchungen von Blut und Hirnwasser
  • bildgebende Verfahren, etwa eine Computertomografie des Gehirns

THERAPIE
Medikamente

Antidementiva sollen die Informationsübertragung zwischen den Nervenzellen verbessern und die geistige Leistungsfähigkeit und Alltagsbewältigung länger aufrechthalten. Mit ihrer Hilfe soll die Lebensqualität wieder erhöht und die Stärke der Symptomatik verringert werden. Bisher ausreichend wissenschaftlich belegt ist allerdings nur die Wirksamkeit von Medikamenten aus der Gruppe der Acetylcholinesterasehemmer und von Memantin – die Wirksamkeit anderer Therapien ist nicht eindeutig belegt, etwa die von Präparaten, die Ginkgo enthalten oder auch Vitamin E.

Begleitende Störungen wie Aggressivität, Unruhe oder depressive Verstimmungen müssen mitbehandelt werden
wichtig ist die Therapie von Risikofaktoren für Gefässerkrankungen, zum Beispiel Bluthochdruck, Übergewicht oder Zuckerkrankheit.

Nicht medikamentöse, unterstützende Behandlungsformen zur geistigen körperlichen und emotionalen Förderung sind etwa Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie, Verhaltenstherapie, Gedächtnistraining, Künstlerische Therapie (Musik, Kunst, Tanzen), Angehörigenschulung.

Möglichkeiten der Vorbeugung

  • Risikofaktoren für Herz und Gefässe kontrollieren und frühzeitig behandeln, etwa Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörung
  • Gewicht kontrollieren und ausgewogen ernähren: reichlich Fisch, viel Obst, Gemüse, Getreide und Pflanzenöle mit hohem Anteil an ungesättigten Fettsäuren, wenig Fleisch und tierische Fette
  • auf Rauchen und übermässigen Alkoholkonsum verzichten – anhaltend geistig, körperlich und sozial aktiv bleiben

HEILUNGSCHANCEN

  • eine Demenz ist meist nicht heilbar
  • Prognose der Alzheimer-Krankheit: Pflegebedürftigkeit und reduzierte Lebenserwartung
  • Prognose gefässbedingter Demenzen: stufenförmige Verläufe mit langen Phasen ohne Verschlechterung oder sogar Phasen mit leichter Besserung möglich

Autorin: Ragnhild Schweitzer; Expertin: Dr. Martina Schäufele