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Hypochondrie

Die Angst vor Krankheiten lässt sich mit Verhaltenstherapie meist gut behandeln.

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ZAHLEN UND FAKTEN
Die Grenzen von der normalen Angst vor einer Krankheit zur Hypochondrie sind fliessend: Sechs Prozent der Deutschen zeigen typische Symptome, jeder Zehnte davon erfüllt das Vollbild. Mit fortschreitendem Alter häufigeres Auftreten, Männer und Frauen sind gleichermassen betroffen.

SYMPTOME
Intensives Beschäftigen mit dem eigenen Körper und Deutung jeder Veränderung oder Auffälligkeit als möglichen Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung. Häufiges Kreisen der Gedanken um die Sorge, an einer schlummernden ernsthaften Erkrankung zu leiden.

Die Versicherung der Ärzte, dass mit dem Körper alles in Ordnung sei, beruhigt nur für kurze Zeit – bis die Sorgen erneut beginnen. Auch Medienberichte über aktuell kursierende Krankheiten (Vogelgrippe, Schweinegrippe) lösen körperliche Reaktionen aus, die als Hinweise auf das Vorliegen einer eigenen Erkrankung gedeutet werden.

Noch NICHT hypochondrisch sind kurze Momente von Krankheitsangst, die meist von selbst wieder abklingen.

URSACHEN
Verhaltenstherapeutischen Modellen zufolge beruht Hypochondrie auf krankhaften Überzeugungen und Annahmen über den eigenen Körper und die eigene Gesundheit. Die in der Folge entstehende Angst kann zu echten körperlichen Symptomen wie Blutdruckanstieg und erhöhter Muskelanspannung führen, was erneut als Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung interpretiert wird.

Risikofaktoren
Erfahrungen mit schweren Krankheiten und Tod in der Familie, eigene Krankheitserfahrungen, schlechte Erfahrung mit Ärzten und Untersuchungen, eine ängstliche Grundpersönlichkeit, angstbegünstigende Erziehung

THERAPIE
Wichtigste Behandlungsmethode, deren Wirksamkeit in grossen Studien belegt werden konnte: kognitive Verhaltenstherapie. Dabei setzt sich der Betroffene bewusst mit seiner übersteigerten Krankheitsangst und ihren Ursachen und Folgen auseinander.

Ähnlichen Erfolg wie die Verhaltenstherapie zeigten Medikamente aus der Gruppe der Antidepressiva. Krankheitsängstliche Patienten haben jedoch häufig Probleme, Medikamente einzunehmen, weil sie Angst vor den beschriebenen Nebenwirkungen auf den Beipackzetteln haben

HEILUNGSCHANCEN
Sowohl mit kognitiver Verhaltenstherapie als auch mit Medikamenten akut gut behandelbar. Bei beiden Behandlungsformen sind die positiven Effekte auch noch 18 Monate nach Therapieende nachweisbar.

Autor: Christian Heinrich; Experte: Prof. Josef Bailer