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Persönlichkeitsstörungen

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Bei der Persönlichkeitsstörung oder Borderlinestörung bestehen unflexible, unangemessne Verhaltensweisen in weiten Lebensbereichen, welche seit der Adoleszenz oder dem frühen Erwachsenenalter vorhanden sind. Diese Verhaltensweisen führen zu Problemen im Kontakt zu den Mitmenschen und oft auch zu Schwierigkeiten bei der Arbeit.

Die Art und Weise, wie Beziehungen im Leben von den Betroffenen erlebt worden sind, kann eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Persönlichkeitsstörungen spielen. Dabei sind insbesondere die ersten Lebensjahre eines Menschen wichtig. Verluste, Trennungen oder unberechenbare Beziehungserfahrungen in der frühen Kindheit können zu Störungen des tief in der Persönlichkeit wurzelnden Bildes von sich Selbst und den Anderen beitragen.

SYMPTOME
Betroffene sind durch unangepasste und unflexible Verhaltensweisen meist in verschiedenen Lebensbereichen eingeschränkt. Deise resultieren aus Normabweichungen

  • im kognitiven Bereich, d.h. bezüglich Wahrnehmung und Interpretation der Umwelt oder von sich selbst.
  • der Affektivität (Intensität, Labilität der Emotionen).
  • der Impulskontrolle bzw. der Bedürfnisbefriedigung in den zwischenmenschlichen Beziehungen.

URSACHEN
Grundsätzlich sind psychologische und biologische (genetische und andere) Faktoren sowie ihre Wechselwirkung als Ursache zu betrachten.

VERLAUF
Persönlichkeitsstörungen bestehen das ganze Leben. Für die Patienten selbst ist die Störung eine Belastung, weil ihnen als Konsequenz wichtige Befriedigungen im Leben unmöglich sind. Wegen chronischen Reibungen mit der Umgebung kann im Laufe der Jahre nicht selten eine Art psychische Erschöpfung eintreten. Ein Teil der Betroffenen wird Frührentner.

Impulsives Verhalten kann auch zu Gefahren im Strassenverkehr (zu schnelles, rücksichtsloses Fahren), Geldproblemen (teure Spontankäufe), Selbstverletzungen (Ritzen, Schneiden, Verbrennungen) und Drogenmissbrauch führen.

BEHANDLUNG
Die Behandlung der Persönlichkeitsstörung findet überwiegend ambulant, z.B. beim niedergelassenen Psychiater oder Psychologen statt. Es gibt aber Lebensumstände und Symptome, die eine Klinikeinweisung notwendig werden lassen. Akutstationen, Tageskliniken und Kriseninterventionszentren sind eher für die Intervalltherapie in Krisenzeiten indiziert. Psychotherapiestationen können mehrwöchige /-monatige Intensivtherapien anbieten, bei denen auch mehrere Therapiemethoden in sinnvoller Kombination angewendet werden können, ersetzen in der Regel jedoch nicht den Stellenwert der ambulanten Psychotherapie.
Bewährt haben sich z.B.:

  • Modifizierte psychodynamisch fundierte Therapieverfahren (z.B. Übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP))
  • Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT)
  • Supportive Verfahren

Vorrang bei der Therapieplanung haben bei allen Therapieverfahren die Festigung und Sicherung der situativ unberechenbaren und bedrohlichen Lebensumstände des Patienten, welche aus den schädlichen Verhaltensweisen heraus entstehen können.

Quelle: ipw Integrierte Psychiatrie Winterthur – Züricher Unterland (2012). Krankheitsbilder, (Online). Available: http://www.ipw.zh.ch/internet/gesundheitsdirektion/ipw/de/krankheitsbilder.html