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Schlafstörungen

Medikamente gegen Schlafprobleme sollte man, wenn überhaupt, nur über eine kurze Zeit nehmen.

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ZAHLEN UND FAKTEN
Etwa zwanzig Prozent der Bevölkerung leiden unter Schlafstörungen Die drei wichtigsten Gruppen von Schlafstörungen sind: Ein- und Durchschlafstörungen (sogenannte Insomnien), Syndrom der ruhelosen Beine (Restless-Legs-Syndrom) und schlafbezogene Atmungsstörungen (Schlafapnoe-Syndrome).

Albträume fallen unter die Gruppe der sogenannten Parasomnien, ebenso Schlafwandeln oder nächtliches Zähneknirschen.

URSACHEN/RISIKEN
Ein- und auch Durchschlafstörungen
Angst, Stress, Konflikte, Sorgen oder äussere Einflüsse wie Lärm führen zu schlechtem Schlaf. Die Folge: sorgenvolle Gedanken wie «Ich muss schlafen, damit ich am nächsten Tag fit bin», körperliche Anspannung sowie übertriebene Anstrengungen einzuschlafen. Körperliche und psychische Erkrankungen, Medikamente, Drogen.

Syndrom der ruhelosen Beine (Restless-Legs-Syndrom)
Genetische Faktoren, neurologische Störungen, Eisenmangel, Schwangerschaft, Nierenerkrankungen, Alkoholismus, Medikamente.

schlafbezogene Atmungsstörungen
Verlegung der Atemwege durch schlafbedingtes Erschlaffen der Rachenmuskulatur, Risikofaktoren: Übergewicht, Bluthochdruck, Tumore und grosse Mandeln, Alkoholgenuss. Fehlleistungen von Gehirnregionen, die für die Steuerung der Atmung zuständig sind.

Albträume:
Genetische Faktoren, Persönlichkeit, Ängste, Medikamente, psychische Erkrankungen, etwa Depression, traumatische Erlebnisse wie Krieg, Misshandlung oder Vergewaltigung.

SYMPTOME
Ein- und Durchschlafstörungen: Einschränkung der Befindlichkeit am Tag, Müdigkeit mit Konzentrationsproblemen, Schläfrigkeit mit häufigem Einnicken in monotonen Situationen, beeinträchtigte Leistungsfähigkeit, Reizbarkeit, Unruhe, hoher Leidensdruck.

Restless-Legs-Syndrom: Überwiegend in Ruhe und Entspannung unangenehmer Bewegungsdrang der Beine, oft begleitet von Missempfindungen wie Kribbeln, Maximum abends bis kurz nach Mitternacht, Bewegung reduziert die Beschwerden, Schlafstörungen.

Schlafbedingte Atmungsstörungen: Schnarchen, nächtliches Erwachen mit und ohne Atemnot, Ein- und Durchschlafstörungen, erhöhte Einschlafneigung am Tag.

Albträume: Erwachen durch starke negative Träume; Probleme, wieder einzuschlafen; Angst beim Einschlafen, hoher Leidensdruck, psychosoziale Beeinträchtigungen.

DIAGNOSTIK

  • ärztliches Gespräch, körperliche, psychische und neurologische Untersuchung
  • Fragebögen zur Selbstbeurteilung, Führen eines Schlaftagebuchs
  • evtl. Blutuntersuchungen zum Ausschluss organischer Ursachen
  • evtl. Untersuchungen im Schlaflabor

THERAPIE
Ein- und Durchschlafstörungen: Beste Langzeiteffekte haben psychotherapeutische Methoden wie Verhaltenstherapie in Kombination mit Entspannungsübungen; Änderung der Schlafgewohnheiten und Verkürzung der Bettzeit für mehrere Wochen; Schlafmittel, wenn überhaupt, nicht länger als vier Wochen (zum Beispiel sogenannte Benzodiazepine, alternativ auch Antidepressiva mit beruhigender Wirkung).

Schlafbezogene Atmungsstörung: Abnehmen, Seitenlagerung, Bissschienen, nächtliche Beatmung über eine Nasenmaske.

Restless-Legs-Syndrom: wenn vorhanden, Behandlung des Grundleidens, sonst medikamentöse Therapie mit sogenannten Dopaminagonisten.

Albträume: Verhaltenstherapie, Konfrontation mit auftretenden Ängsten, Aufschreiben oder Aufmalen der Träume.

HEILUNGSCHANCEN
Bei allen Störungen sehr gut. Voraussetzung ist frühzeitige fachgerechte Diagnostik und Behandlung, etwa in einem schlafmedizinischen Zentrum.

Autorin: Ragnhild Schweitzer; Experte: Dr. Michael Schredl