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Stress / Burn-out-Syndrom

Meist ist zu viel Arbeit die Ursache für einen Burn-out, oft aber auch eine andere psychische Krankheit.

Beratung in Zug
Selbsthilfegruppe Burn-out bei eff-zett.ch
Liste der Fachärzte und Fachärztinnen für Psychiatrie und Psychotherapie in Zug
Verzeichnis der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Zug
Übersicht der Beratungsstellen in Zug

Weitere Informationen
Broschüre «Burnout – Informationen für Mitarbeitende, Vorgesetzte und Betriebe» (Download als PDF)
Broschüre «Burnout in der Schule – Informationen für Lehrpersonen, Schulleitungen und Behörden» (Download als PDF)

ZAHLEN UND FAKTEN
Bei den Krankheitsbildern Stress und Burn-out handelt es sich nicht um herkömmliche Diagnosen. Das zeigt sich in der aktuellen »Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme« (ICD-10): Dort werden sie nicht als eigenes Leiden gelistetet, sondern sind eingeordnet in die Rubrik »Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung«. Daher gibt es zur Verbreitung keine belastbaren Daten aus zuverlässigen Quellen.

Das Burn-out-Syndrom ist trotzdem medizinisch vielfach beschrieben und heute definiert als Zustand ausgesprochener Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit. Betroffene finden sich in allen Gesellschaftsschichten.

Häufig verbergen sich hinter den Anzeichen für Stress und Burn-out ernsthafte psychiatrische Erkrankungen wie Anpassungsstörungen und depressive Episoden.

URSACHEN
Eine Dauer- oder Fehlbelastung über lange Zeit führt zum Abbau der Fähigkeit, zu regenerieren und Probleme zu bewältigen. Die Belastung kann aus dem persönlichen Bereich wie aus dem gesellschaftlichen Bereich kommen, beispielsweise Familie oder Arbeitsplatz. Klaffen Wunschbild und Realität zu weit auseinander, ist die emotionale Enttäuschung stark. Nach vergeblichen Versuchen, beides zusammenzuführen, kommt es zum Burn-out-Syndrom

Risikofaktoren
Ängstliche, perfektionistische, ausgesprochen ehrgeizige Menschen sind besonders anfällig, vor allem wenn psychische Vorerkrankungen vorliegen. Auch eine objektiv hohe Arbeitsbelastung – psychisch und physisch – kann die Entstehung eines Burn-out-Syndroms begünstigen, ebenso familiäre und gesellschaftliche Probleme, etwa die Trennung vom Lebenspartner oder eine erhöhte Unsicherheit des Arbeitsplatzes.

SYMPTOME
Normal sind kurze Belastungsspitzen, die sich auch auf mehrere Tage oder Wochen ausweiten können, bei denen jedoch die Regenerationsfähigkeit erhalten bleibt. Hält die Belastung länger an, nimmt die Stressreaktion dauerhaft überhand und dominiert das Geschehen – es kommt zum Burn-out-Syndrom.

Auf körperlicher Ebene werden zunächst alle Prozesse angestossen, die zu einer Mobilisierung von Energie führen: Der Herzschlag steigt, die Muskeln spannen sich an, die Atmung wird schneller. Nach einiger Zeit kann der Körper diesen Zustand nicht mehr aufrechterhalten, es kommt zu einem umfassenden physischen Erschöpfungszustand
das Verhalten wird hastig und ungeduldig, Regenerationsphasen werden ausgelassen: keine Pausen, Verzicht auf die Einnahme geregelter Mahlzeiten, keine Ruhetage.

Häufig Betäubungsmassnahmen, um die Anspannung weiter auszuhalten: Alkohol, Nikotin, ungesunde Nahrungsmittel, Schmerzmittel, Beruhigungsmittel, Aufputschmittel.

Unkontrolliertes Arbeitsverhalten: mangelnde Planung, fehlende Übersicht und Ordnung, häufige Konflikte mit anderen Menschen, innerlich kommt es zu Unruhe, Unzufriedenheit, Ärger, Versagensängsten, Hilflosigkeit, Selbstvorwürfen, Gedankenkreisen, Selbstblockaden.

Spätestens wenn die dauerhaften Belastungen auch zu dauerhaften Einschränkungen der Befindlichkeit, des Verhaltens gegenüber anderen und der Regenerationsfähigkeit führen, sollte ärztliche oder psychologische Hilfe gesucht werden.

THERAPIE
Entscheidend ist zunächst eine ausführliche Diagnostik. Manchmal liegt bereits eine psychische oder körperliche Erkrankung vor, und Burn-out ist eine ihrer Folgen: In diesem Fall sollte zunächst das zugrunde liegende Leiden behandelt werden.

Häufig führt auch Burn-out zu körperlichen und seelischen Folgeerkrankungen, beispielsweise Depression und Angst: Auch hier müssen die durch die Dauerbelastung hervorgerufenen Krankheiten behandelt werden
als wirksam gegen die assoziierten Erkrankungen hat sich – je nach Leiden – neben einer medikamentösen Behandlung auch eine verhaltensorientierte Therapie erwiesen, in der die Komponenten Stress und Burn-out besonders berücksichtigt werden.

Stress und Burn-out selbst lassen sich hauptsächlich durch Veränderung der Rahmenbedingungen behandeln (siehe Heilungschancen). Medikamente, die explizit für eine Therapie von Stress und Burn-out zugelassen sind, gibt es nicht.
Zur Vorbeugung gegenüber Stress sind Trainingsprogramme zu empfehlen, bewährt hat sich etwa das Programm »Stressbewältigung durch Achtsamkeit«. Auch das Erlernen von etablierten Entspannungsverfahren ist erwiesenermassen hilfreich, besonders die progressive Muskelrelaxation (Muskelentspannung) und autogenes Training. Darüber hinaus kann Sport Stress und Burn-out in der Regel vorbeugen – hier haben sich besonders Ausdauersportarten bewährt.

HEILUNGSCHANCEN
Wesentlich für die Heilung ist das Ändern des Verhaltens oder die Reduzierung der Belastung – am besten aber beides. Der Umgang mit Belastungen und die Regenerationsfähigkeit können bei entsprechend richtiger Behandlung verbessert werden. Die Belastung lässt sich etwa durch den Wechsel des Arbeitsplatzes oder die Reduktion von Zuständigkeiten vermindern.

Die häufig verwendete Analogie zum »Akku« verdeutlicht das Problem – und die Lösungswege: Unter starker Belastung kann es dazu kommen, dass die »Akkus irgendwann leer sind« und »aufgeladen« werden müssen. Wenn aber das »Aufladen« nicht mehr klappt, also die Regeneration nicht mehr funktioniert, ist der »Akku« nicht »leer«, sondern »kaputt« – und nur eine »Reparatur« hilft weiter: Belastungen reduzieren, den Umgang mit ihnen günstiger gestalten und die Regenerationsfähigkeit wieder herstellen.

Autor: Christian Heinrich; Experten: Dr. Jan-Michael Kersting, Prof. Michael Deuschle

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