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Vorwort von Regierungsrat Urs Hürlimann

Unsere Gesellschaft steht vor grossen gesundheitspolitischen Herausforderungen: Die Bevölkerung wird älter, die Anzahl der Diagnosen chronischer Krankheiten nimmt zu. Unterschiedliche Ursachen führen dazu, dass sich psychische Erkrankungen immer stärker verbreiten und die betroffenen Menschen behandelt werden müssen. Frühzeitig wurde diese Entwicklung im Kanton Zug erkannt und mit dem Konzept «Psychische Gesundheit im Kanton Zug 2007 bis 2012» reagiert. Dabei lag unser Fokus immer auf zwei Schwerpunkten: der Vernetzung und dem Einbezug der verschiedenen Partnerorganisationen einerseits und der ganzheitlichen Sichtweise auf die psychische Gesundheit andererseits. Diese beiden Faktoren werden auch in Zukunft die Strategie der Gesundheitsdirektion prägen.

Mit gezielten Massnahmen haben die involvierten Ämter der Gesundheitsdirektion und die Partnerorganisationen die psychische Gesundheit in der Zuger Bevölkerung zum Thema gemacht. In den vergangenen Monaten konnten weitere bedeutende Fortschritte erzielt werden:

Das Konzept der integrierten Psychiatrieversorgung wurde von den Regierungen der drei Konkordatskantone Uri, Schwyz und Zug genehmigt und soll bis 2016 umgesetzt werden. Neben der Übernahme der Psychiatrischen Klinik Zugersee beinhaltet dieses Konzept die Zusammenführung der stationären und ambulanten Behandlung in eine Betriebsgesellschaft.

Die Gesundheitsdirektion baut ein Psychiatrisches Tagesambulatorium für Erwachsene auf. Damit wird eine bedeutende Lücke im Behandlungsangebot geschlossen.

Im tagesstationären und stationären Bereich der Kinderpsychiatrie soll das Angebot im zentralschweizerischen Rahmen langfristig sichergestellt werden.

Die Werner Alfred Selo Stiftung in Zug, führt mit Unterstützung der Gesundheitsdirektion eine konzentrierte Entstigmatisierungs- und Sensibilisierungskampagne durch. Dieses Zuger Pilotprojekt wird mehrheitlich durch private Geldgeber finanziert.

Erstmals werden Präventionsmassnahmen gezielt für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen wie sozio-ökonomisch Benachteiligte oder Menschen mit chronischen Krankheiten und ihre Angehörigen entwickelt. Bei diesen Massnahmen ist die Stärkung der Wahrnehmung der Eigenverantwortung das oberste Ziel.

Das vorliegende Papier ist die erste Strategie im Zeichen der neuen Leitlinien der Gesundheitsdirektion, die im «Leuchtturm 2020» ihren Ausdruck finden und auf Eigenverantwortung und gegenseitige Solidarität setzen. Der Kanton Zug übernimmt vorwiegend koordinierende und vernetzende Aufgaben; die konkrete Umsetzung wird primär von den Partnerorganisationen geleistet. So profitiert die Zuger Bevölkerung direkt vom Know-how und der Erfahrung der Organisationen, so wird aber auch das grosse Engagement der Partnerorganisationen zu Gunsten der Bevölkerung deutlich.

Über 50 engagierte Akteure tragen in den sechs Handlungsfeldern

  • Sensibilisierung und Entstigmatisierung
  • Prävention und Förderung der psychischen Gesundheit
  • Früherkennung und Frühintervention
  • Behandlung
  • (Re-)Integration
  • Selbsthilfe

mit ihren Aktivitäten dazu bei, dass die psychische Gesundheit der Zuger Bevölkerung erhalten bleibt oder möglichst verbessert werden kann. Diese Kooperation ist schweizweit einmalig und macht mich als Gesundheitsdirektor stolz. «Mit Zug einen Schritt voraus» – dieses Motto ist keine leere Worthülse. Ganz herzlichen Dank allen, die sich für die psychische Gesundheit der Zuger Bevölkerung einsetzen.

Regierungsrat Urs Hürlimann Gesundheitsdirektor
Zug, Dezember 2013